Robins Geschichte

Die Schwangerschaft von Manuela Wüsthoff

Robins Mutter Manuela WüsthoffIn der zwanzigsten Schwangerschaftswoche kam es bei Mutter Manuela Wüsthoff zu schmerzhaften frühzeitigen Wehen, weswegen sie im Hauseigenen Badezimmer einen Kreislaufzusammenbruch erlitt und stürzte.

Ihr Glück das Ehemann Dirk zu Hause war und sofort den Notarzt alarmierte. Dieser fackelte nicht lang und wies Manuela mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus ein.

Die Diagnose

Im Krankenhaus stellten die Ärzte dann fest, das Manuela Zwillinge im Mutterleib hatte, wobei eines der beiden Föten abgestorben war. Ein Hämatom hatte sich gebildet und löste die frühzeitigen Wehen aus. Dieses Schicksal macht Manuela und Dirk heute noch zu schaffen, aber sie bleiben stark um ihren Mausemann Robin mit aller Kraft zu fördern.

Die Entscheidung der Ärzte

Im Wuppertaler Krankenhaus wollten die Ärzte das Risiko Robin so früh zur Welt zu bringen nicht eingehen, und so musste Manuela wochenlang wehenhemmende Medikamente einnehmen, um so eine Frühgeburt zu verhindern. Die kommenden Wochen gingen an die physischen und psychischen Belastungsgrenzen der Eltern, da Manuela bis zur Geburt im Krankenhaus liegen musste.

Dirk hütete das Haus und passte bis mittags auf Tochter Alina und Hund Lara auf, dann fuhr er Tag für Tag zu Manuela, um ihr Gesellschaft zu leisten, und sie zu unterstützen.

Robins Geburt

Robin nach seiner GeburtIn der neunundzwanzigsten Schwangerschaftswoche war es dann soweit, Robin konnte es nicht mehr abwarten das Licht der Welt zu erblicken und mit seiner Mama Manuela zu kuscheln.

Robin musste per Notkaiserschnitt zur Welt gebracht werden, wobei es zu schweren Komplikationen kam, und somit der Säugling ein paar Minuten ohne Sauerstoffversorgung war. Durch diesen Sauerstoffmangel mahm das Gehirn des kleinen Robin einen irreparabelen Schaden, weswegen er seit seiner Geburt an einer rechtsbetonten Cerebralparese leidet.


Cerebralparese

Als Folge der Cerebralparese ist das Gleichgewicht zwischen Erregung und Hemmung der Nervenfunktion, die eine normale Muskelfunktion bedingt, gestört. Deshalb kommt es zur Anspannung oder Erschlaffung der Muskulatur mit Bewegungsunfähigkeit oder andersartigen – vom Willen nicht steuerbaren Bewegungsabläufen. Außerdem bleiben Reflexmuster erhalten, die normalerweise innerhalb des ersten Lebensjahres verschwinden – nämlich dann, wenn das Kind lernt, sich bewusst zu bewegen. In vielen Fällen sind nicht nur Rumpf- und Extremitätenmuskulatur davon betroffen, sondern auch die mimische Muskulatur, Mund-, Zungen- und Schlundmuskulatur (verzerrter Gesichtsausdruck, vermehrtes Speicheln, Essschwierigkeiten, Sprachstörungen).
Ort und Schweregrad der Hirnschädigung bedingen eine große Zahl von Erscheinungsformen.

Die drei Hauptgruppen sind:

  • Die Spastik: Hierbei ist die motorische Bahn, die vom Gehirn zum Rückenmark zieht, betroffen. Diese Form zeichnet sich durch besondere Steifheit der Muskulatur und dadurch bedingte langsame und zähe Bewegungen aus.
  • Die Athetose: Hier sind die unter der Hirnrinde liegenden Kerne betroffen (” Kontrollstationen” der Nervenleitung zwischen Hirn- und Rückenmark). Sie ist gekennzeichnet durch unwillkürliche, “schlängelnde” Bewegungen.
  • Die Ataxie: Bedingt durch Schädigung des Kleinhirns bzw. der Kleinhirnbahn. Hierbei sind die Bewegungen stark abgehackt, es entsteht ein starkes Zielwackeln und häufig Augenzittern (Nystagmus).

In den seltensten Fällen findet man reine Formen, meistens sind Mischformen vorhanden, wobei das Vorherrschen der einen oder anderen Form beim gleichen Kind je nach Körperteil verschieden sein kann.

Eine weitere Einteilung richtet sich nach dem Befall der Extremitäten:

  • Tetraparese: Beide Arme und Beine sind gleichermaßen betroffen.
  • Hemiparese: Arm und Bein einer Körperseite sind betroffen
  • Diparese: Hier sind vorwiegend beide Beine betroffen.

Neben den motorischen Störungen können – als Folge der Hirnschädigung – auch andere Funktionen beeinträchtigt sein (z.B. die Sinnesorgane: Auge, Ohr und Tastsinn; Anfälle sind möglich). In vielen Fällen ist die Wahrnehmung gestört (optisch, akustisch, taktil) – hier liegt die Störung nicht im Sinnesorgan, sondern im jeweiligen Zentrum im Gehirn oder den Verbindungen.

Die Cerebralparese kann Fehlstellungen wie z. B. Hüftluxation, Skoliose und Fußdeformitäten nach sich ziehen. Cerebrale Bewegungsstörungen wie Tetraparese, Hemiparese, Diparese und Ataxie können auch nach schwerem Schädelhirntrauma im späteren Kindesalter auftreten. Infolge von Narbenbildungen sind Anfälle häufig, die oft erst nach einem Intervall auftreten. Sehr häufig findet sich auch ein Psychosyndrom.

Sowohl bei der Cerebralparese als auch bei Schädelhirntrauma bestehen sehr häufig nicht nur eine motorische, sondern eine allgemeine Verlangsamung und Schwierigkeiten, sich auf eine Situation einzustellen!

Quelle: Zentrum für Körperbehinderte


Durch die Cerebralparese kann Robin nicht laufen und auch nichts mit seiner rechten Hand greifen, bzw. festhalten.

Als wären die Folgen der Behinderung nicht genug, muss sich Robin noch mit folgenden Krankheiten rumärgern: